Wechselwirkungen bei Depressionen
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Wechselwirkungen zwischen Depressionen und internistischen Erkrankungen

Wechselwirkungen bei Depressionen

Immer Hand in Hand? Depressionen & andere internistische Erkrankungen


Als wäre eine Erkrankung nicht genug. Einige Erkrankungen beeinträchtigen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern können sich zudem negativ auf die psychische Gesundheit auswirken. Dazu gehören beispielsweise internistische Krankheitsbilder, die das Herz-Kreislauf-System betreffen oder Diabetes mellitus. Welche Zusammenhänge es dabei zwischen diesen und psychischen Erkrankungen gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wenn „Zucker“ besonders traurig und einsam macht

„Ich habe Zucker.“ Was so einfach klingt beschreibt jedoch nicht annähernd die seelische und körperliche Belastung von Patienten mit Diabetes mellitus: Spezielle Ernährung, regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers, Selbstmedikation und auch entsprechende Sport/Bewegungseinheiten für eine mögliche Gewichtskontrolle – das ist nur ein Ausschnitt aus den Einschränkungen.1,2  Diese können nicht selten zu einer Depression führen.1

Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung leiden etwa ein Viertel aller Diabetiker an einer depressiven Störung – jeder Zehnte hat eine Depression.1 Eine enorme Doppelbelastung für die Gesundheit, da depressive Diabetiker ihre Therapie oftmals nicht adäquat bewältigen können.1,2 Experten gingen 2017 von etwa 6,5 Millionen Diabetikern in Deutschland aus, von denen 800.000 gleichzeitig auch aufgrund einer Depression behandelt wurden.3 Wie genau Diabetes und Depression zusammenhängen ist noch nicht genau verstanden. Es wurden jedoch Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Ausschüttung von bestimmten Hormonen beobachtet, die eine biologische Verbindung der beiden Erkrankungen herstellt.3

Herz und Psyche sind verbunden

Auch die Diagnose einer schweren Herzerkrankung ist für viele Menschen nicht selten  eine enorme seelische Belastung – schließlich sehen sich die Betroffenen z.B. bei einem Herzinfarkt plötzlich mit dem eigenen Tod konfrontiert. Ein solch einschneidendes Ereignis ist nicht einfach zu verarbeiten und kann negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben.4 Aber auch umgekehrt können depressive Erkrankungen die Herzgesundheit beinträchtigen: Forscher aus München haben herausgefunden, dass das Risiko für eine tödliche Herz-Kreislauferkrankung in Folge einer Depression fast ebenso hoch ist, wie bei zu hohen Cholesterinwerten oder starkem Übergewicht.

Sprechen Sie darüber – am besten mit einem Arzt!

Depressionen sind ernste Erkrankungen, die eine ärztliche Therapie mit verschiedenen Maßnahmen wie Medikamenten, Gesprächen oder Beidem erfordert.  Weil die eigene seelische Gesundheit ein sehr sensibles Thema ist, fällt es oft schwer darüber zu sprechen. Aber denken Sie daran: Der Arzt möchte Ihnen helfen und benötigt dafür alle wichtigen Informationen. Nur mit einer adäquaten Therapie kann sich der Gesundheitszustand verbessern – körperlich und seelisch.

 

Quellen

[1] Bundesministerium für Bildung und Forschung. Aus der Forschung – Archiv 2010. Gefährliches Duo: Diabetes und Depression. Abgerufen 12.01.2021. Verfügbar unter https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/gefaehrliches-duo-diabetes-und-depression.php

[2] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes – Langfassung, 1. Auflage. Version 4. 2013, zuletzt geändert: November 2014

[3] Ärzteblatt. Diabetes: Erhöhtes Risiko für Depressionen und Suizide. 2017 Abgerufen 12.01.2021. Verfügbar unter https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/83764/Diabetes-Erhoehtes-Risiko-fuer-Depressionen-und-Suizide

[4] Meyer R. Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Depressionen könnten Gesamtsterberisiko erhöhen. Deutsches Ärzteblatt PP, Asugabe Juni 2017, Seite 286.

[5] Ladwig KH et al. Atherosclerosis. 2017 Feb;257:224-231.

[6] DGPPN, BÄK, KBV, AWMF (Hrsg.) für die Leitliniengruppe Unipolare Depression*. S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression – Langfassung, 2. Auflage. Version 5. 2015